Chefdirigent
Im Januar 2000 trat Jonathan Nott den Posten des Chefdirigenten bei den Bamberger Symphonikern – Bayerische Staatsphilharmonie an. Die künstlerische Partnerschaft zwischen ihm und „seinem“ Orchester wird allseits gewürdigt und mit großer Aufmerksamkeit in der Musikwelt verfolgt – eine Wertschätzung, die kaum verwundert, waren er und die Musiker doch seit seinem Amtsantritt mit riesigem Erfolg über Bamberg hinaus an vielen Orten des Globus zu sehen und zu hören.
Konzertreisen führten ihn und die Bamberger Symphoniker in alle bedeutenden Musikmetropolen Deutschlands und Europas, zu den internationalen Festivals in Edinburgh, Salzburg, St. Petersburg, Beijing, Luzern und Schleswig-Holstein, zu den Londoner „Proms“ sowie mehrfach nach Japan, Südamerika und in die USA. „Together, I think they’ve created one of the most exciting partnerships in orchestral music“, schrieb der britische „Guardian“ über Jonathan Nott und die Bayerische Staatsphilharmonie.
2007 gastierte Jonathan Nott als „artiste étoile“ beim Lucerne Festival, bei dem die Bamberger Symphoniker gleichzeitig als „orchestra-in-residence“ auftraten. Residenzen des Orchesters unter der Leitung ihres Chefdirigenten gab es auch beim Edinburgh International Festival 2005 und in der Saison 2008/2009 in der Kölner Philharmonie.
Ein weiterer Beleg für die internationale Anerkennung von Jonathan Notts künstlerischer Arbeit in Bamberg sind die verschiedenen Auszeichnungen, die seine mit den Bamberger Symphonikern vorgelegten CD-Aufnahmen erhalten haben: Auszeichnungen wie der MIDEM Classical Award, der Internationale Schallplattenpreis „Toblacher Komponierhäuschen“ oder das Prädikat „Editor’s Choice“ des Gramophone Magazine. Beeindruckend ist auch die Zahl der über 450 Konzerte, die Jonathan Nott, der vierte Chefdirigent in der Orchesterhistorie, am Pult der Bamberger Symphoniker bislang geleitet hat. Im Mai 2009 verlängerte er seinen Vertrag in Bamberg bis zum Jahr 2012.
„Die Musik muss alle Energie aufnehmen, die man selbst in sich trägt“, betont Jonathan Nott. Gemeint ist mit diesen Worten die Musik Gustav Mahlers, doch verbirgt sich hinter ihnen eine grundlegende Einstellung, die unverkennbar aus Jonathan Notts Interpretationen spricht. Ein erster Schwerpunkt in seiner Bamberger Amtszeit war das programmatisch bis ins 21. Jahrhundert ausgreifende „Schubert“-Projekt, ebenso markieren die Symphonik Beethovens und Brahms’, Wagners Musikdramen, das Schaffen Ligetis, Haydns Klassik oder die musikalische Moderne um Stravinsky und Bartók sowie die Musik Mahlers gewichtige Pfeiler seines Wirkens in Bamberg. Ein Wirken, das das große Repertoire der Tradition ebenso einschließt und voraussetzt wie die musikalische Gegenwart, die Musik unserer Zeit.
Dass Jonathan Nott, der Träger des Kultur-Preises Bayern 2009, neben dem großen, „reinen“ Orchesterrepertoire der menschlichen Stimme einen gewichtigen Platz in seinen Programmen einräumt, überrascht kaum angesichts seiner musikalischen Ausbildung, studierte er doch nicht nur Musikwissenschaft in Cambridge und Dirigieren in London, sondern auch Gesang und Flöte in Manchester. Er dirigierte die Bamberger Symphoniker in konzertanten Aufführungen von Beethovens „Fidelio“ und Wagners „Die Walküre“, „Das Rheingold“, „Siegfried“ und „Tristan und Isolde“, dazu widmete er sich Ligetis Requiem, Verdis „Messa da Requiem“ sowie Haydns Azione teatrale „L’isola disabitata“ – letztgenanntem Werk in einer szenischen Produktion am Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater.
Überdies rundet sich der von Jonathan Nott verantwortete Mahler-Zyklus, der seit 2003 die künstlerischen Aktivitäten der Bamberger Symphoniker durchzieht, im Juli 2011 mit der Einspielung der SiebtenSymphonie.
Zu Jonathan Notts Arbeit am Dirigentenpult hinzu tritt sein Engagement für den dirigentischen Nachwuchs: Seit der ersten Austragung des Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs 2004 wirkt er als Präsident der Jury.
Jonathan Nott übernahm nach einem Engagement an der Oper Frankfurt 1991 zunächst die Stelle des Ersten Kapellmeisters am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden, in der Saison 1995/1996 leitete er dieses Haus interimistisch auch als Generalmusikdirektor. Während dieser Zeit dirigierte er ein breites Spektrum der Opern-, Ballett- und Musical-Literatur, zugleich begann seine intensive Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern. 1997 ging Jonathan Nott an das Luzerner Theater und trat als Chefdirigent die Leitung des Luzerner Sinfonieorchesters an. Parallel dazu hatte er von 2000 bis 2003 die Leitung des von Pierre Boulez gegründeten Ensemble Intercontemporain in Paris inne, bei dem er seither regelmäßig als Gastdirigent zu erleben ist.
In den vergangenen Jahren stand Jonathan Nott am Pult fast aller bedeutenden Symphonieorchester Europas und der USA. Er dirigierte das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, die Wiener und die Münchner Philharmoniker, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Gewandhausorchester Leipzig, das NDR Sinfonieorchester in Hamburg, das Cleveland Orchestra, das New York und das Los Angeles Philharmonic Orchestra, darüber hinaus das NHK Symphony Orchestra Tokyo und das Gustav Mahler Jugendorchester, mit dem er auf Europa-Tournee ging. Nicht zu vergessen die Berliner Philharmoniker, mit denen Jonathan Nott auf Wunsch György Ligetis dessn sämtliche Orchesterwerke einschließlich des Requiems auf CD aufgenommen hat. Die Einspielungen wurden von der Fachpresse mit Begeisterung aufgenommen. „Der Komponist György Ligeti, wahrlich kein einfacher Zeitgenosse und überaus kritisch gegenüber Interpreten, sprach nur in höchsten Tönen von dem Dirigenten“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung im März 2010 über Jonathan Nott.
Als ein vehementer Vertreter der zeitgenössischen Musik brachte Jonathan Nott Werke u.a. von Brian Ferneyhough, Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann und Aribert Reimann zur Uraufführung, ferner Auftragskompositionen der Bamberger Symphoniker von Jörg Widmann, Bruno Mantovani, Marc-André Dalbavie und Mark-Anthony Turnage.
Unter Jonathan Nott hat die Bayerische Staatsphilharmonie eine beachtliche Reihe an Werken verschiedenster Epochen auf CD eingespielt. Diese Aufnahmen, mit unterschiedlichsten Preisen geehrt, entstanden allesamt in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Label Tudor. Die Einspielungen umfassen eine Gesamtaufnahme der Symphonien Schuberts, ergänzt um zeitgenössische Kompositionen, die sich mit der Musik Schuberts auseinandersetzen. Ebenfalls erschienen sind viel beachtete CD-Produktionen mit Anton Bruckners Erstfassung der Symphonie Nr. 3, mit Igor Stravinskys „Le sacre du printemps“ und der Symphonie in drei Sätzen oder auch mit Werken von Leoš Janáček. Im Rahmen des Mahler-Zyklus bereits veröffentlicht sind die Symphonien Nr. 1, 2, 3, 4, 5 und 9.
Leitung, sofern nicht anders angegeben:
Chefdirigent Jonathan Nott
Konzert beim Rheingau Musik Festival
Konzerte beim Edinburgh International Festival
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Konzert im Concertgebouw Brügge
Pierre-Laurent Aimard, Klavier
Konzert in der Philharmonie Köln
Márton Illés, Klavier
Konzert beim Dvořák Festival Prag
Sergey Khachatryan, Violine
Konzerte in Graz
Dirigent: Robin Ticciati
Frank Peter Zimmermann, Violine
Konzert in der Philharmonie Essen
Christina Landshamer, Sopran
Konzert im Festspielhaus Baden-Baden
Christina Landshamer, Sopran
Konzert im Konzerthaus Dortmund
Konzert beim Festival de Música de Canarias in Las Palmas und Santa Cruz
Mojca Erdmann, Sopran
Jinsang Lee, Klavier
Konzert im Festspielhaus Baden-Baden
Mischa Maisky, Violoncello
Konzert in der Laeiszhalle Hamburg
Radu Lupu, Klavier
Konzert im Kuppelsaal Hannover
Radu Lupu, Klavier
Konzerte in New York und Long Island
Christian Zacharias, Klavier
Biennale Bamberg
Wolfgang Amadeus Mozart
u. a. Così fan tutte