Erster Gastdirigent
Neben Chefdirigent Jonathan Nott und Ehrendirigent Herbert Blomstedt hat seit der Saison 2010/2011 eine weitere Dirigentenpersönlichkeit eine herausgehobene Position in Bamberg inne: Robin Ticciati übernahm den Posten des Ersten Gastdirigenten der Bamberger Symphoniker – Bayerischen Staatsphilharmonie. Der junge, international gefragte Dirigent, dessen Karriere sich in einem geradezu atemberaubenden Tempo entwickelt, ist seit 2009 Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra, frühere Chefposten bekleidete er bei „Glyndebourne on Tour“ und beim Gävle Symfoniorkester in Schweden. Im Januar 2014 wird er seinen Posten als Music Director beim Glyndebourne Festival antreten.
Im Rahmen einer Produktion für den Bayerischen Rundfunk war Robin Ticciati im Frühjahr 2005 erstmals in Bamberg zu Gast. Eingespielt wurden unter seiner Leitung Werke von Sibelius, Elgar und Walton. Für den gebürtigen Londoner ein besonderes Ereignis, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung bekannte – schließlich war die Bayerische Staatsphilharmonie „so ziemlich das erste Symphonieorchester, das ich dirigierte“. Seine Debüt-Konzerte in Bamberg folgten im Februar 2007 mit den „Haydn-Variationen“ von Brahms, Elgars „Sea Pictures“ und Dvořáks Symphonie Nr. 3. Eine ganze Reihe an Auftritten mit den Bamberger Symphonikern schloss sich bis auf den heutigen Tag an, im Juli 2008 leitete er das Orchester erstmals auch im Ausland bei Gastspielen im italienischen Como sowie in Villach, Bambergs Partnerstadt in Österreich.
Regelmäßig dirigiert Robin Ticciati Orchester wie das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, das Orchestra of the Age of Enlightenment, das Mahler Chamber Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, das Rotterdams Philharmonisch Orkest und die Sächsische Staatskapelle Dresden. Zu den Höhepunkten der Saison 2009/2010 zählten sein Einstand beim London Symphony Orchestra, sein USA-Debüt bei Los Angeles Philharmonic und Gastengagements beim Toronto Symphony Orchestra, dem Dänischen Nationalorchester oder dem Schwedischen Radiosymphonieorchester. Weitere Einladungen führten ihn auch zum Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra.
Fasziniert zeigt sich die Musikwelt nicht zuletzt von der künstlerischen Reife und Souveränität, die Robin Ticciati trotz seines noch jungen Alters besitzt und ausstrahlt. Aber da ist noch mehr: die einnehmende Art seines Auftretens, die mitreißende, offenherzige Begeisterung für die Musik, die jeden Besucher seiner Konzerte gefangen nimmt. Für erste gemeinsame CD von Robin Ticciati und den Bamberger Symphonikern, entstanden in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und Tudor, und erschienen Anfang 2010, erhielt Robin Ticciati den ECHO Klassik Award in der Kategorie "Bester Nachwuchsdirigent". Die zweite gemeinsame CD mit "den Bambergern" erschien 2011.
Ausgebildet als Geiger, Pianist und Schlagzeuger, wandte sich der gebürtige Londoner im Alter von 15 Jahren – gefördert von keinen Geringeren als Sir Colin Davis und Sir Simon Rattle – dem Dirigieren zu, noch während er Mitglied des National Youth Orchestra of Great Britain war. Als Student an der St. Paul’s School dirigierte er die John Colet Singers in einer Vielzahl an Werken. 2002 wurde er als Mitglied des National Youth Orchestra mit der Arthur-Belgin-Medaille als „Most Outstanding Musician of the Year“ ausgezeichnet, 2005 erhielt er das Borletti-Buitoni-Trust-Stipendium.
Im Sommer 2006 leitete Robin Ticciati Mozarts „Il sogno di Scipione“ bei den Salzburger Festspielen – als jüngster Dirigent, der in der Geschichte des berühmten Festivals sein Debüt feierte. Der Mitschnitt der von Publikum und Kritik überschwänglich gefeierten Aufführung wurde später von der Deutschen Grammophon veröffentlicht.
Neben seinen Auftritten im Konzertsaal bildet die Oper einen gewichtigen Schwerpunkt in Robin Ticciatis dirigentischer Arbeit. Zu den Opern-Projekten, deren musikalische Leitung er übernahm, gehören Verdis „Macbeth“ und Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in Glyndebourne, Brittens „Raub der Lucretia“ mit Ian Bostridge und Angelika Kirchschlager auf einer Europa-Tournee sowie die Salzburger Produktion von „Le nozze di Figaro“ mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment bei einem Japan-Gastspiel. Seinen Einstand am Londoner Royal Opera House Covent Garden gab er mit „Hänsel und Gretel“. Mit Tschaikowskys „Eugen Onegin“ wird er an dieses Haus, mit Mozarts „Don Giovanni“ nach Glyndebourne zurückkehren, zudem stehen seine Debüts an der New Yorker MET und der Mailänder Scala auf dem Terminplan.
Konzerte in Erlangen, Bamberg, Graz, Bayreuth, Schweinfurt
Frank Peter Zimmermann, Violine
Konzerte beim Braunschweig Classix Festival und in Bamberg
Emanuel Ax, Klavier
Konzerte in Bamberg
Chor des Bayerischen Rundfunks