
(it. = langsam, gemächlich)
Seit dem 17. Jh. ist der Begriff adagio als musikalische Vortragsbezeichnung für den langsamen, gemäßigten Vortrag nachgewiesen. Während adagio ursprünglich etwa gleich dem moderato war, liegt es später eher zwischen lento und andante. Oft werden ergänzende Angaben zur Spezifizierung herangezogen, so z. B. adagio assai (sehr langsam) oder adagio ma non tanto (nicht zu langsam).
Neben der Tempobezeichnung innerhalb einer Komposition kann Adagio, als Substantiv, auch der Titel eines Musikstücks oder Satzes mit dieser Tempovorschrift sein.
Allegro (it.) steht zunächst als Vortragsbezeichnung für „lustig, munter“. Später wird der Begriff auch als Tempobezeichnung (schnell) verwendet. Mit dem Zusatz „molto“ wird eine Temposteigerung angedeutet, wohingegen „moderato“ oder „ma non troppo“ eine Mäßigung meint.
Als Substantiv kann Allegro auch der Titel eines Satzes oder Werkes sein, wie bspw. bei Mendelssohns „Allegro d-moll“, das Edgar Krapp im Rahmen seines Orgelkonzertes im Oktober 09 in der Konzerthalle Bamberg spielt.
(lat. alta vox = hohe Stimme; it. Contr’alto, frz. und engl. contralto)
Heute die Bezeichnung für die tiefere der beiden Singstimmen, die meist von Frauen oder Knaben gesungen wird. Der durchschnittliche Tonumfang reicht von g bis e².
Die Bezeichnung entsteht um 1450, als der dreistimmige zum vierstimmigen Satz erweitert wird und eine Teilung des Contratenors in eine höhere Stimme („altus“) und eine tiefere Stimme („bassus“) stattfindet. Der Alt wird zur zweithöchsten Stimme, die zu dieser Zeit noch von Männern im Falsett oder Kastraten übernommen wird. Zur besseren Unterscheidung nennt man den Falsett-Tenor zu dieser Zeit italienisch „alto naturale“ oder französisch „haute contre“. Auch als Frauen bereits als Sängerinnen zugelassen sind (in der evangelischen Kirchenmusik erst seit Anfang des 18. Jh.), werden längere Zeit noch Männer für diese Partien bevorzugt.
Zu den international gefragtesten Altistinnen gehört die britische Sängerin Sarah Connolly, die im September gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern im Sonderkonzert zur Wiedereröffnung der frisch renovierten Konzerthalle zu hören ist. Auf dem Programm, das Ende Mai 2010 wiederholt wird, steht Mahlers Symphonie Nr.3. Im Laufe der Spielzeit sind zudem die Altistinnen Franziska Gottwald, Lucia Duchonova und Wiebke Lehmkuhl zu Gast bei den Bambergern.
Analog zu der Einteilung bei Singstimmen, sind Altinstrumente die zweithöchsten Vertreter in ihrer Instrumentenfamilie. Üblicherweise sind diese Nebeninstrumente eine Quart oder Quint tiefer gestimmt als die jeweiligen Sopraninstrumente.
Als atonal werden solche Kompositionen bezeichnet, die keinen Bezug zu einem festgelegten Grundton (Tonika) aufweisen und sich nicht nach den Regeln der tradierten Harmonielehre richten. Die Auflösung der Tonalität, also der herkömmlichen Tonbeziehungen, ist bereits im 19. Jh. spürbar, z. B. bei Brahms, Debussy, Mahler, Wagner, wird aber als Atonalität vor allen Dingen mit der Musik der Zweiten Wiener Schule verbunden. Erst in der Zwölftonmusik sind alle Tonbeziehungen und damit auch die qualitative Zuordnung von Konsonanzen und Dissonanzen zu Gunsten gleichberechtigter Töne aufgehoben.
Mit Schönbergs „Drei Klavierstücke Op. 11“ stand in der Saison 2008/09 ein Werk auf dem Programm der Bamberger Symphoniker, das eben diesen Schritt von der Tonalität in die Auflösung der Tonbeziehungen markiert. Die Bamberger Symphoniker koppelten Schönbergs Klavierstücke mit Werken von Berg, Varese und Bartók, welche ihrerseits neue Klang- und Formstrukturen ausloten.
Als das Wort atonal zu Beginn des 19. Jh. auftaucht, grenzen sich eben jene Komponisten um Schönberg, die heute so eng mit diesem Begriff verbunden sind, entschieden davon ab. Grund dafür ist der polemische Ursprung der Bezeichnung, die zur Abwertung alles Ungewohnten in der neuen Musik herangezogen wird.