Startseite | Orchester

Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie

Seit jeher genießen die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie eine Ausnahmestellung in der Musikwelt. Tief verwurzelt in ihrer oberfränkischen Heimatstadt, der UNESCO-Weltkulturerbestadt Bamberg, können sie auf die einzigartige Zahl und den Rückhalt durch ihre mehr als 6.000 Abonnenten blicken, und dies in einer Stadt von 70.000 Einwohnern. Gleichzeitig tragen die Bamberger Symphoniker heute wie damals den Namen dieser Stadt hinaus auf die Podien des internationalen Musiklebens und gastieren als „Der Kulturbotschafter Bayerns in der Welt“ in den Musikmetropolen der verschiedenen Kontinente. Stete Einladungen zu den bedeutenden Festivals und zu Tourneen im In- und Ausland, aber auch Auszeichnungen für die Einspielungen des Orchesters, darunter jüngst der MIDEM Classical Award und der Internationale Schallplattenpreis „Toblacher Komponierhäuschen“, belegen die Wertschätzung, die die Bamberger Symphoniker allerorten erfahren.

 

Diese Wertschätzung ist auch und gerade das Verdienst der Chef- und Gastdirigenten, die in den vergangenen Jahrzehnten am Pult der Bamberger Symphoniker standen und das Orchester geprägt haben. Seit Januar 2000 trägt Jonathan Nott als Chefdirigent die künstlerische Verantwortung für das Orchester. Neben ihm hat seit März 2006 auch Herbert Blomstedt als Ehrendirigent eine herausgehobene Position in Bamberg inne, mit Beginn der Saison 2010/2011 übernimmt überdies Robin Ticciati den Posten des Ersten Gastdirigenten.

 
Jonathan Nott

Mit riesigem Erfolg trat Jonathan Nott das Erbe seiner Vorgänger am Pult des traditionsreichen Klangkörpers an und führt dieses Erbe weiter ins 21. Jahrhundert. In seiner Amtszeit und unter seiner Leitung reiste das Orchester zu den Salzburger Festspielen (2004), zum Festival der Weißen Nächte in St. Petersburg (2007), zum Beijing Music Festival (2008), den Londoner „Proms“ (2009) und den Gustav Mahler Musikwochen (2009). Ebenso gastierten die Bamberger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten beim Edinburgh International Festival (2003), zu dem sie mit ihm wenig später als „orchestra in residence“ nochmals für fünf Konzerte zurückkehrten (2005). Neben einer weiteren Residenz in der Kölner Philharmonie (2008/2009) präsentierte sich die Bayerische Staatsphilharmonie auch beim Lucerne Festival als „orchestra-in-residen­ce“ (2007), Jonathan Nott war bei dem schweizerischen Festival zugleich als „artiste étoile“ zu Gast. Einen weiteren Höhepunkt markierte das gemeinsame Konzert zu Ehren von Papst Benedikt XVI. in der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo aus Anlass des Jubiläums „1000 Jahre Bistum Bamberg“ (2007).

 

Darüber hinaus sind die Bamberger Symphoniker und ihr Chefdirigent regelmäßiger Gast bei den großen deutschen Festivals wie dem Musikfest Berlin, dem Beethovenfest Bonn, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Rheingau Musik Festival oder dem Kissinger Sommer. Nicht zu vergessen die Tourneen, die den Briten und das Orchester durch Deutschland und ganz Europa führten sowie dreimal nach Japan, ebenso oft nach Südamerika und zweimal in die USA mit Auftritten in Konzerthäusern wie dem New Yorker Lincoln Center. Ausnahmemusiker wie Vadim Repin, Truls Mørk und Pierre-Laurent Aimard arbeiteten in den vergangenen Jahren mit dem Orchester als „artist in residence“ zusammen und begleiteten die Bamberger Symphoniker auf nationale und internationaler Gastspiele.

 

Die neue Spielzeit 2010/2011 wird diese beeindruckende Liste an Konzerten fortschreiben: Über die Festivalstationen Berlin, Wien und Bonn zum Saisonauftakt hinaus wird unter Jonathan Nott die Serie an Auftritten im Festspielhaus Baden-Baden fortgesetzt, daneben knüpfen Orchester und Chefdirigent mit Konzerten in Belgien und den Niederlanden an eine alte Gastspiel-Tradition an und folgen der erneuten Einladung zu einer Südamerika-Tournee. Zum Jahreswechsel 2010/2011 statten die Bamberger Symphoniker und Jonathan Nott für Auftritte in Beijing und Shenzhen China einen Besuch ab, noch zuvor steht ein Konzert in der Tonhalle in Zürich auf dem Terminplan.

 

Ein Auftritt im Herkulessaal in München mit Robin Ticciati, eine Spanien-Tournee in Begleitung des Windsbacher Knabenchors, dazu unter Georges Prêtre das erste Konzert in der Geschichte der Bamberger Symphoniker in der Mailänder Scala sind weitere Vorhaben der Saison 2010/2011. Insgesamt haben die Bamberger Symphoniker seit ihrer Gründung weit mehr als 6.000 Konzerte in 60 Ländern in über 500 Städten gegeben, allein in Japan war das Orchester im Rahmen von zwölf Tourneen in inzwischen 106 Konzerten zu hören.

 

Unter Jonathan Nott haben sich die Bamberger Symphoniker in der jüngeren Vergangenheit auf verschiedensten Repertoire-Feldern profiliert, zuletzt rückte vor allem die Musik Mahlers in den Fokus des Orchesters. Längst gilt die Bayerische Staatsphilharmonie als eines der führenden Mahler-Orchester, mit ihren Interpretatio­nen sorgen Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker in der Musikwelt für Aufsehen. Belege hierfür sind nicht zuletzt die hochkarätigen Preise für die Aufnahmetätigkeiten des Orchesters und seines Chefdirigenten auf dem Gebiet des Mahler’schen Schaffens. Nur folgerichtig, dass die Bamberger Symphoniker dem österreichischen Komponisten im Mahler-Jahr 2010 ein ganzes Festival widmen: die Biennale Bamberg, die im Juli 2010 erstmals nach Bamberg lädt. Unter dem Motto „Der späte Mahler“ wartet das Festival mit Symphonie-, Kammer- und Hauskonzerten auf, begleitet von einem Rahmenprogramm aus Recitals, Lesungen und einem Symposium zur Zeit um 1910. Aufgeführt werden u.a. die Symphonie Nr. 8 („Symphonie der Tausend“), das „Lied von der Erde“, die Neunte sowie das Adagio aus der unvollendeten Zehnten.

 

 

Öffentliche Runde beim Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb 2007. Foto: Peter Eberts
Die Bamberger Symphoniker beim "Late Night-Konzert" in Luzern 2007. Foto: Peter Eberts
Die Bamberger Symphoniker spielen für den Papst in dessen Sommerresidenz Castelgandolfo am 4.9.2007. Foto: Serviczio Fotografico L'Osservatore Romano
 

Heimstatt der Bamberger Symphoniker ist die Konzerthalle Bamberg mit ihrem rund 1.400 Besucher fassenden großen Konzertsaal, dem Joseph-Keilberth-Saal. 1993 eingeweiht, wurde sie 2009 nach einer Idee des international renommierten Designers Peter Schmidt umfangreich modernisiert und baulich erweitert. Vorausgegangen war 2008 eine klangliche Optimierung des Joseph-Keilberth-Saals, beruhend auf Vorschlägen von Yasuhisa Toyota, einem der führenden Akustik-Designer der Gegenwart.

 

Früheres Domizil der Bamberger Symphoniker war mehr als vier Jahrzehnte lang die Dominikanerkirche in Bamberg, ab 1950 wurde sie als Konzertsaal genutzt. Vier Jahre zuvor waren die Bamberger Symphoniker gegründet worden – im März 1946 fand, damals noch unter dem Namen „Bamberger Tonkünstlerorchester“, der erste öffentliche Auftritt des Orchesters statt. Den „Kern“ der Bamberger Symphoniker bildeten ehemalige Mitglieder des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag, die in der Nachkriegszeit den Weg in die Stadt an der Regnitz fanden. Ausgehend von dem Prager Orchester wiederum lassen sich Traditionslinien bis ins 18. und 19. Jahrhundert ziehen.

 

Erster Chefdirigent der Bamberger Symphoniker wurde 1950 Joseph Keilberth, der frühere Leiter des Deutschen Philharmonischen Orchesters in Prag. Für die Konsolidierung, für die nationale und internationale Profilierung der Bamberger Symphoniker war er von kaum zu überschätzender Bedeutung. In seiner Amtszeit, die bis zu seinem Tod 1968 reichte, legten die Bamberger Symphoniker, der großen symphonischen Tradition verpflichtet, den Grundstein für ihren exzellenten Ruf und gastierten wie kein anderer deutscher Klangkörper auf den Konzertpodien in aller Welt. Als erstes deutsches Orchester gingen die Bamberger Musiker schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf Konzertreisen durch Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika.

 

Nachfolger Joseph Keilberths am Pult des Chefdirigenten waren James Loughran (1979-1983) sowie Horst Stein (1985-1996), der als zweiter Dirigent in der Historie der Bamberger Symphoniker mit dem Titel eines Ehrendirigenten geehrt wurde. Daneben haben viele weitere große Dirigenten mit dem Orchester zusammengearbeitet und eine Klangkultur geschaffen, die untrennbar mit der Institution Bamberger Symphoniker verknüpft ist: Rudolf Kempe, Hans Knappertsbusch, Clemens Krauss, Sir Georg Solti, Christoph von Dohnányi, Witold Rowicki, Günter Wand, Witold Lutosławski, Ingo Metzmacher, Giuseppe Sinopoli und Christoph Eschenbach gehören dazu, ebenso Eugen Jochum, erster Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker, und Ehrendirigent Herbert Blom­stedt, der über einen Zeitraum von bald drei Jahrzehnten der Bayerischen Staatsphilharmonie und ihrer Heimatstadt eng verbunden ist.

 
Bamberger Symphoniker

Nicht allein als Konzertorchester, auch als Institution der Nachwuchsförderung genießen die Bamberger Symphoniker weltweites Ansehen. 2004 erlebte der Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigenten­wettbewerb seine Premiere, der international als hochkarätiges Forum der Nachwuchsförderung wahrgenommen wird. Für den Gewinner 2004, Gustavo Dudamel, wurde er zum Auftakt einer atemberaubenden Karriere, auch für die Südkoreanerin Shi-Yeon Sung, Gewinnerin der zweiten Auflage 2007, erwies sich der Wettbewerb als Markstein ihrer internationalen Laufbahn. Aus der dritten Austragung 2010 ging der Lette Ainārs Rubiķis als 1. Preisträger hervor, der umgehend vom Edinburgh International Festival und der Kremerata Baltica eingeladen wurde. Bereits bei der Biennale Bamberg 2010 ist er wieder in Bamberg zu Gast, einige Monate später leitet er erstmals auch ein Abonnementkonzert der Bamberger Symphoniker. Mit Beginn der Saison 2010/2011 tritt ein weiteres Projekt zur Förderung des musikalischen Nachwuches hinzu: die neu gegründete Orchesterakademie der Bamberger Symphoniker.

 

Bereits in den 1950er Jahren begann die Zusammenarbeit der Bamberger Symphoniker mit dem Bayerischen Rundfunk, mit dem das Orchester bis heute eine enge Partnerschaft verbindet. Unzählige Konzertmitschnitte, Studioproduktionen und gemeinsame Schallplatten- und CD-Aufnahmen haben nicht allein das Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks bereichert, sondern auch dazu beigetragen, das Renommee der Bamberger Symphoniker zu steigern und zu festigen. Wahre Schätze finden sich in den Tonar­chiven und nicht zuletzt unter den gemeinsam produzierten Tonträgern, so die Einspielung von Mahlers „Lied von der Erde“ unter Joseph Keilberth (1964) mit zwei der größten Sänger des 20. Jahrhunderts: Fritz Wunderlich und Dietrich Fischer-Dieskau, aber auch die noch immer als Referenzaufnahme geltende Interpretation Rudolf Kempes von Smetanas „Verkaufter Braut“ (1962), wiederum mit Fritz Wunderlich.

 

Zahlreiche CD-Produktionen, allesamt in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Label Tudor, haben die Bamberger Symphoniker unter der Leitung Jonathan Notts vorgelegt. Mit ihm spielte das Orchester sämtliche Symphonien Schuberts ein – ergänzt um zeitgenössische Werke zum Thema „Schubert“, darunter Kompositionen von Henze, Rihm, Widmann und Mantovani. Ebenso aufgenommen wurde die Erstfassung von Bruckners dritter Symphonie sowie Werke von Janáček und Stravinsky. Aus der Reihe der Mahler-Symphonien sind bislang die Einspielungen der Symphonien Nr. 1, 2, 4, 5 und 9 erschienen. Die CD mit der neunten Symphonie wurde mit mehreren hochklassigen Preisen ausgezeichnet, so mit dem Internationalen Schallplattenpreis „Toblacher Komponierhäuschen“ 2009 und dem MIDEM Classical Award 2010. 

 

Ebenso Teil der umfangreichen Diskografie der Bamberger Symphoniker sind Aufnahmen einer ganzen Reihe weiterer großer Werk-Zyklen, u.a. von Schubert, Brahms und Reger (Horst Stein), Schumann (Christoph Eschenbach), Mendelssohn (Claus Peter Flor), Raff (Hans Stadlmair), Strauss (Karl Anton Rickenbacher), Pfitzner (Werner Andreas Albert) und Hartmann (Ingo Metzmacher). Kürzlich veröffentlicht wurde auch eine erste CD mit Robin Ticciati – aufgenommen wurden unter seiner Leitung Werke für Chor und Orchester von Brahms.

 

Im Juli 2003 wurden die Bamberger Symphoniker durch die Bayerische Staatsregierung in den Rang eines Staatsorchesters erhoben und tragen seitdem den Namenszusatz „Bayerische Staatsphilharmonie“. Zum Jahresbeginn 2005 wurde das Orchester zudem per Gesetz in eine gemeinnützige Stiftung des Öffentlichen Rechts umgewandelt. Auch als Stiftung Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie erfolgt die Finanzierung durch Zuwendungen des Freistaats Bayern, der Stadt Bamberg, des Bezirks Oberfranken und des Landkreises Bamberg.

 

Hochauflösendes Foto der Bamberger Symphoniker

Bamberger_Symphoniker_2009__c__Peter_Eberts_8_-20.jpg

 

Stand: Mai 2010

nach oben

Saison 2010/211 Höhepunkte

Leitung, sofern nicht anders angegeben:
Chefdirigent Jonathan Nott

 

 

Juli 2010

16. - 25.

„Biennale Bamberg –

Der späte Mahler”: u.a.

„Das Lied von der Erde“

und Symphonie Nr. 8

 

 

September 2010

19.

Konzert beim Musikfest Berlin

 

26.

Konzert beim Festival „Spot on“

im Konzerthaus Wien

 

 

Oktober 2010

3.

Konzert beim Beethovenfest Bonn

Katja und Marielle Labèque, Klavier

 

24.

Konzert in der Mailänder Scala

Dirigent: Georges Prêtre                     

 

30.

Konzert im Herkulessaal München

Chor des Bayerischen Rundfunks

Bernarda Fink, Sopran

Dirigent: Robin Ticciati

 

 

Dezember 2010

11.

Konzert in der Tonhalle Zürich

 

 

Dezember 2010 / Januar 2011

30.12. - 4.1.

Tournee nach China

4 Konzerte in Shenzhen und Beijing

 

 

 

März 2011

24. - 27.

Tournee nach Holland und Belgien

4 Konzerte in Antwerpen, Brügge, Rotterdam und Eindhoven

Till Fellner, Klavier

 

 
April 2011

11.-14.

Tournee nach Spanien mit dem

Windsbacher Knabenchor

Leitung: Karl-Friedrich Beringer

 

 

Mai 2011

1.-7.

Tournee nach Brasilien und Chile

5 Konzerte in São Paulo, Rio de          

Janeiro und Frutillar

Till Fellner, Klavier

 

25.-28.

Konzerte im Konzerthaus Wien,

im Brucknerhaus Linz und in der Philharmonie Essen

 

 

Juni 2010

18.

Konzert im Festspielhaus Baden-Baden

mit Mahlers Symphonie Nr. 8