Für den Wettbewerb hat jeder Kandidat folgende Werke vorzubereiten:
Solistin bei den Liedern sowie bei Mahlers Symphonie Nr. 4 G-Dur ist Christina Landshamer. Klicken Sie hier für mehr Informationen über die junge Sopranistin.
Symphonie Nr. 104 D-Dur Hob. I:104
Sowohl Kenner als auch Musikliebhaber zu fesseln, „popular" und „gelehrt" zugleich zu komponieren, gelang Joseph Haydn zu seiner Zeit wie wohl kaum einem zweiten. Nach der Auflösung der Kapelle der Fürsten Esterházy noch unfreiwillig in Pension geschickt, begegnete er auf zwei späten Englandreisen einem hoch interessierten Publikum, dazu verfehlte die „unendlich grosse stadt london" ihre Wirkung auf den Komponisten nicht. Die dort geschriebene Symphonie Nr. 104, ausgestattet mit den typisch Haydn‘schen Zutaten, ist seine letzte Symphonie – Haydns letzter Beitrag zu einer musikalischen Gattung, die er selbst entscheidend geprägt hatte.
Symphonie Nr. 4 G-Dur
„Sie ist so grundverschieden von meinen anderen Symphonien. Aber das muß sein; es wäre mir unmöglich einen Zustand zu wiederholen", erklärte Gustav Mahler über seine vierte Symphonie. Zwar hatte er sich wie in den vorausgegangenen Symphonien von der Gedichtsammlung „Des Knaben Wunderhorn" inspirieren lassen und Verse daraus in die Vierte integriert, gleichwohl aber beschritt er mit dem Werk neuartige Wege – ablesbar an der Besetzung, an den Ausmaßen, aber auch an dem beinahe „klassischen" Aufbau und dem Charakter. „…und wie das Leben weiter treibt", bekannte Mahler, „so durchmesse ich in jedem neuen Werk neue Bahnen".
Eine Auswahl aus den Orchesterliedern
„Nach ‚Des Knaben Wunderhorn‘ kann ich nur mehr Rückert machen – das ist Lyrik aus erster Hand", ließ Gustav Mahler verlauten. Die Sammlung „Des Knaben Wunderhorn" und später die Gedichte Friedrich Rückerts waren zentrale Inspirations- und Textquellen für sein Komponieren, und dies nicht zuletzt in seinen Liedern. Diese kreisen wie kleine „Welten" in sich, in ihnen geht es um Tod, Sehnsucht, Liebe und Einsamkeit, um Angst, Krieg, Übermut und Neckerei – die ganze Welt spiegelt sich in ihnen, die Welt in ihren heiteren ebenso wie in ihren grausamen Facetten.
„towards Osiris” (2005)
Fasziniert vom Osiris-Mythos und inspiriert durch eine Arbeit von Joseph Beuys aus den 1970er Jahren, komponierte Matthias Pintscher 2005 seine Orchesterstudie „towards Osiris". In der Geschichte um den ägyptischen Gott des Jenseits und der Fruchtbarkeit erkannte er Prinzipien, die sich in musikalische Prozesse ummünzen ließen. Uraufgeführt wurde das Werk des international hoch geschätzten Komponisten und Jury-Mitglieds des 3. Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs im März 2006: im Rahmen des „Ad astra"-Projektes der Berliner Philharmoniker.
Fünf Stücke für Orchester op. 10 (1913)
Anton Weberns Orchesterstücke op. 10 sind eine Herausforderung an das Hören. Alles wird in dieser Musik nur einmal und in der knappsten Form gesagt, eine Wiederholung von Motiven oder eine breitere Ausarbeitung von Ideen gibt es nicht. Und so sind es mitunter kleinste, aber umso beredtere Gesten, Melodielinien oder -fragmente, die den Fortgang der Sätze bestimmen, die zu sprichwörtlichen „Ereignissen" werden können – eine faszinierende Musik am Rande des Verklingens, gebannt in Stücke von scharf umrissenem Charakter.
„Con brio” (2008)
Beethoven war für Jörg Widmann nach eigenem Bekunden immer ein „bewunderter Planet", und so überrascht es kaum, dass der gebürtige Münchner 2008 in seinem Orchesterwerk „Con brio" eine tief greifende Auseinandersetzung mit dem Wiener Klassiker suchte. Im Zentrum dieser kompositorischen Auseinandersetzung stehen Beethovens Symphonien Nr. 7 und Nr. 8, denen Jörg Widmann, als Komponist und Solo-Künstler in Bamberg bestens bekannt, mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts nachspürte. Das Resultat ist ein Orchesterstück von unerhörter Dichte und innerer Dynamik, mit dem er sich zugleich in die große Tradition der Konzertouvertüre stellte.