„Mein Bedürfnis, mich musikalisch-symphonisch auszusprechen, beginnt erst da, wo die dunkeln Empfindungen walten, an der Pforte, die in die ‚andere Welt’ hineinführt”, schrieb Gustav Mahler. Seine Musik aus diesem Verständnis heraus zur Aufführung zu bringen, ist eine lebenslange Herausforderung. Dessen ungeachtet muss jede Zeit ihre eigenen Antworten auf die Kunstwerke der Vergangenheit und der Gegenwart finden, und so ist die Förderung des musikalischen Nachwuchses auf höchstem künstlerischen Niveau von stets aktueller Bedeutung. Die vergangenen Auflagen des Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs verliefen überaus erfolgreich, der Wettbewerb hat sich in seinen Strukturen als ideal erwiesen, um hochbegabten Dirigenten den Weg in ihre Karriere zu ebnen.
Für Gustav Mahler stand das Streben nach dem wahrhaft Neuen und die Förderung des noch Unbekannten im Zentrum seines Schaffens als Komponist und Dirigent. Es entspricht seinem Selbstverständnis, dass das Repertoire des Wettbewerbs große Werke der Tradition und der klassischen Moderne zusammenführt mit Kompositionen bedeutender Zeitgenossen, namentlich Matthias Pintschers „towards Osiris” und Jörg Widmanns „Con brio”, letzteres eine Art zeitgenössisches „Echo” auf Beethovens Symphonien Nr. 7 und Nr. 8. Die Kandidaten erhalten die Gelegenheit, in Bamberg bis in die Finalrunden hinein in immer intensiveren Arbeitsphasen dieses vielschichtige und anspruchsvolle Repertoire zu erschließen und sich künstlerisch stetig weiterzuentwickeln – und dies in der inspirierenden Atmosphäre der wunderschönen Stadt Bamberg!
Es ist mir eine große Freude, erneut den Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb zu unterstützen. Ich danke „den Bambergern” sehr herzlich und
wünsche allen interessierten jungen Dirigenten viel Erfolg!
Marina Mahler