bamberger symphoniker

extraordinary city.
extraordinary orchestra.

Christoph Eschenbach
© Eric Brissaud

Ehrendirigent Christoph Eschenbach

»Mit den Bamberger Symphonikern verbindet mich eine jahrzehntelange Freundschaft. Jedes Konzert erfüllt mich von neuem mit großer Dankbarkeit. Daher betrachte ich es als besondere Auszeichnung, dass mir das Orchester das Amt des Ehrendirigenten angetragen hat – ein Amt, das ich mit großer Freude und mit höchster Wertschätzung für dieses wunderbare Orchester dankbar annehme.«

Christoph Eschenbach
© Eric Brissaud

Die Bamberger Symphoniker und Christoph Eschenbach – dies ist eine Geschichte, die vor fast 50 Jahren, im Oktober 1965 ihren Anfang nahm. Damals konzertierte Christoph Eschenbach als Pianist erstmals mit dem Orchester, sein Einstand als Dirigent folgte 1977. Seitdem leitete er das Orchester in zahlreichen Konzerten in Bamberg, aber auch auf Tourneen u. a. in Frankreich, USA, Südamerika und Japan, so dass er im April 2014 sein 150. Konzert am Pult der Bamberger Symphoniker feiern konnte.

Kompromisslos musikalisch

Große Dirigenten beugen sich nicht zum Publikum herab, sie holen es zu sich herauf. Das gilt im Grunde für alle großen Künstler. Sie ehren ihre Bewunderer, indem sie ihnen nicht entgegenkommen. Auch in dieser Hinsicht muss man den Dirigenten Christoph Eschenbach zu den ganz Großen unter den Dirigenten unserer Zeit rechnen. Auf die Frage, ob die Musik heute die ästhetische Auseinandersetzung scheue, zu ritualisiert geworden sei und nicht mehr provoziere, meinte er: »Ja, es sollte weniger Musik geschrieben werden, die gefällig ist und die zum Publikum heruntertönt. Man muss das Publikum zu sich heraufziehen, zu dieser Schwelle, wo es um den unbedingten Ausdruck geht, wo sich eine musikalische Aussage durch ihre Kompromisslosigkeit weiterträgt in die nächsten Jahrhunderte, wie bei Bach, Beethoven, Schumann, Brahms und zu Schönberg.« Das ist es wohl, was man bei Christoph Eschenbach stets erlebt: einen starken musikalischen Willen und Sinnlichkeit des Musizierens. Und alles geschieht im Sinne der Komponisten, deren Werke bei ihm immer so klingen, als seien sie gerade jetzt und gerade für uns geschrieben worden. Eschenbachs Interpretationen von der Barockzeit bis in unser Jahrhundert, das spürt man ganz deutlich, sind auf eine frappierende Weise eigentlich Uraufführungen. Er macht uns die Gefühle der Komponisten bewusst und damit möglicherweise unsere eigenen. Mehr kann man von einem Dirigenten nicht verlangen.

Mit den Bamberger Symphonikern verbindet den 1940 in Breslau geborenen Künstler eine lange, erfolgreiche Partnerschaft, die im Oktober 1965 begann, als Christoph Eschenbach noch als Pianist auf den Konzertpodien der Welt unterwegs war. Und sie setzte sich von 1977 an in seiner ebenso außergewöhnlichen Karriere als Dirigent fort, die er – gefördert von Herbert von Karajan und George Szell – klugerweise in der deutschen Provinz begann und in Zentren des musikalischen Universums zur Meisterschaft brachte – in Houston, Chicago, Philadelphia und Washington jenseits des Atlantiks sowie in London, Zürich, Paris oder Hamburg auf dem alten Kontinent. Und natürlich auch in Bamberg: Mehr als einhundertfünfzig Mal stand Christoph Eschenbach am Pult unseres Orchesters. Erleben konnte man da einen wahren musikalischen Kosmos – von Mozart bis Gustav Mahler und von Beethoven zu Lutosławski und Schostakowitsch. Die Symphonien Robert Schumanns, die ihm besonders am Herzen liegen, hat er mit den Bamberger Symphonikern in einer Gesamteinspielung bei Virgin Classics vorgelegt. Zudem hat er viele erfolgreiche Tourneen durchgeführt, die ihn mit dem Orchester nach Nord- und Südamerika, nach Japan, Frankreich, Österreich und ins Baltikum und sogar in den Oman führten. Mit Christoph Eschenbach verbindet uns mittlerweile eine harmonisch gewachsene musikalische Freundschaft, die ihresgleichen sucht in unserer von schneller Kommunikation und schnellem Wechsel der Beziehungen geprägten Gegenwart.

Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung war nicht zuletzt auch die Entscheidung des Orchesters, Christoph Eschenbachanlässlich der mittlerweile mehr als fünfzig Jahre währenden Zusammenarbeit zum Ehrendirigenten zu ernennen, eine besondere Auszeichnung, die bisher nur Eugen Jochum, Horst Stein und Herbert Blomstedt zuteil geworden ist, »ein Amt«, so Christoph Eschenbach, »das ich mit großer Freude und mit höchster Wertschätzung für dieses wunderbare Orchester dankbar annehme.« In der laufenden Spielzeit wird Christoph Eschenbach unter anderem Mahlers fünfte und Beethovens dritte Symphonie interpretieren. Und im Februar werden die Bamberger Symphoniker und Christoph Eschenbach mit diesen Werken zu einer ausgedehnten Nordamerika-Tournee aufbrechen.