bamberger symphoniker

extraordinary city.
extraordinary orchestra.

Marcus Rudolf Axt
© Andreas Herzau

Aufbrüche

Liebe Musikfreunde,

»Aufbrüche« – so lautet das Motto für die neue Saison: mit einem neuen Chefdirigenten beginnt eine neue Ära. »Die Bamberger Symphoniker verkörpern Orchesterkultur im umfassendsten Sinne des Wortes«, so Jakub Hrůša. »Schon bevor ich die Möglichkeit hatte, dieses Juwel unterden europäischen Orchestern zu dirigieren, habe ich es über die Maßen bewundert.« Unsere Orchesterfamilie erweitert sich zudem um einen zweiten Ehrendirigenten: Christoph Eschenbach, der uns seit über 50 Jahren inspiriert und mehr als 150 Konzerte mit unserem Orchester geleitet hat.

»Aufbrüche« wollen wir auch mit Kompositionen zeigen, die zu ihrer Entstehungszeit Neues wagten. Keine Frage, dass wir da von neuem mit Gustav Mahler beginnen, dem Komponisten, der mit seinen Symphonien eine ganze Welt beschreiben wollte und die Musik in die Moderne geführt hat. »Aufbrüche« können aber auch Reisen sein, Werke, mit denen der Komponist den Aufbruch in die Sommerfrische, in die neue Heimat oder ins Unbekannte thematisiert. Ob nun Gershwins »Amerikaner in Paris« oder Mozarts Symphonien, die er während seiner Reisen in Europa schrieb: Musiker waren immer Wanderer zwischen den Welten.

Ab und an wollen wir den Versuch unternehmen, das altbekannte Konzertritual aufzubrechen: mal durch die Verschränkung von zwei Werken, mal durch unmittelbare Übergänge von einem Stück ins nächste, oder auch durch die Frage, ob das Konzert vielleicht schon vor dem ersten Ton beginnt ...? Jakub Hrůša beginnt seinen Einstand als Chefdirigent mit Varèses »Tuning up«, einer Klangkomposition des Einstimmens. Auch die berühmten viereinhalb Minuten Musik ohne Musik, John Cages »4'33"«, werden in Bamberg erklingen, selbstverständlich aber auch Meisterwerke von Beethoven, Brahms und Bruckner.

Nicht zuletzt erinnern wir an unsere böhmischen Wurzeln, von denen Musiker dieses Orchesters immer wieder neu aufbrechen mussten, erst vom Prager Ständetheater ins Neue Deutsche Theater, dann ins Sudetenland und wieder zurück nach Prag, und schließlich 1945/46 nach Bamberg. Den »böhmischen Klang« haben unsere Musiker hierher mitgebracht und bewahren können. Und von hier aus brechen sie seitdem auf in alle Welt.

Wir freuen uns auf die Portrait-Künstlerin Lisa Batiashvili, auf Tourneen nach Ost und nach West mit unseren beiden Ehrendirigenten und auf neue Gesichter auf dem Bamberger Podium. Für jeden Musikfreund ein reiches Angebot, mit uns gemeinsam in die neue Saison aufzubrechen. Denn, so hat es Jakub Hrůša formuliert, »mit den Bamberger Symphonikern kann jedes noch so kleine musikalische Detail zu einem Wunder werden, und jedes Konzert verwandelt den, der es hört.«

 

Marcus Rudolf Axt
Intendant

Die Saisonbroschüre zum Download finden Sie hier.