bamberger symphoniker

extraordinary city.
extraordinary orchestra.

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Konzert

Sa
01
Jun 19

Jakub Hrůša dirigiert Bruckner

Würzburg, Dom
20:00 Uhr

Rund 200 Mal sind die Bamberger Symphoniker bereits beim renommierten Mozartfest aufgetreten. Nun schlagen wir, erstmals mit Jakub Hrůša, ein neues Kapitel der Reihe »Bruckner im Dom« auf. Der österreichische Romantiker galt durch seine sphärischen Werke für viele als Kirchenmusiker des Konzertsaals. Seine neunte Symphonie widmete er ja sogar dem lieben Gott, »wenn er sie nehmen mag« – wie er dazu sagte. Geprägt durch seine Erziehung im Stift Sankt Florian, war er tief gläubig, betete täglich und meinte: »Wie stünde ich vor unserem Herrgott da, wenn ich den andern folgte und nicht ihm.« Und dass er auf Kirchtürme stieg, um zu überprüfen, ob das Kreuz höher stand als der Blitzableiter, dürfte kaum mehr erstaunen. Aber es brodelte auch anderes ihn ihm: So litt er etwa sein Leben lang darunter, dass keine Frau etwas von ihm wissen wollte. Alle diese Gemütszustände haben Spuren in seinen Kompositionen hinterlassen. Wir spielen Bruckners ergreifenden vierten Klangkosmos, der 1874 entstand. Wie viele seiner Werke war diese Symphonie für ihn ein regelrechtes »Pflegekind« und er arbeitete sie mehrmals um. Der Beiname »Romantische« deutet den Gestus an: Hier geht es um eine grandiose »Symphonische Erzählung« mit außermusikalischen Einflüssen, auf die Bruckner nachträglich selbst hingewiesen hat und damit die Spekulationen um Programmmusik forcierte. Das Horn dient als Weckruf am Morgen und es entsteht ein mittelalterliches Stimmungsgemälde, Vögel zwitschern, ein Trauermarsch macht sich breit. Das berühmte Scherzo ist von schmetterndem Jagdhörnerschall und einer Ländlermelodie erfüllt und das Finale entpuppt sich als wirbelnder Sturm über den Wald hinweg mit seinen Geheimnissen und Gefahren – daher wurde die »Romantische« auch einmal »Symphonie des Waldes« genannt.

Jakub Hrůša Dirigent

Anton Bruckner Symphonie Nr. 4 Es-Dur »Romantische« (Fassung 1888)