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Konzert

So
20
Okt 19

Vilde Frang spielt Bruch

Abo E
Bamberg, Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
17:00 Uhr

Konzerteinführung um 16:00 Uhr im Joseph-Keilberth-Saal

 

 

Das Drama von Coriolan ist die Geschichte eines tragischen Helden, der aus seiner Heimat verbannt wurde. Beethoven schuf daraus 1807 ein tönendes Denkmal, welches E.T.A. Hoffmann als »reflektierende Poesie« empfand. Auf die bewegende »Coriolan«-Ouvertüre folgt das 1868 vollendete Violinkonzert von Max Bruch – welches für ihn Fluch und Segen zugleich war: Er fürchtete, dass man sich an ihn nur aufgrund dieses Werkes erinnern und er ansonsten ein Schattendasein in der Musikgeschichte führen würde. Es reichte aber aus für ewigen Ruhm. Und wehe, wenn einer der Kritiker den Zeigefinger erhob – etwa der gefürchtete Eduard Hanslick, der frech schrieb, dass man sich »für die temperamentlose Gescheidtheit nicht erwärmen« könne. »Da hört doch denn alles auf«, wetterte Bruch und nannte diese Äußerung »barbarischen Blödsinn«. Und er hätte sich besser sowieso nicht gegrämt – schließlich ist es ein weltweit beliebtes Meisterwerk voller schmachtender und folkloristischer Melodien. Bei uns wird es von der umjubelten Geigerin Vilde Frang präsentiert. Wie meinte Max Bruch doch einmal: »Alles vergeht – nur nicht die wahre Melodie, was auch rasende Toren und Schafköpfe sagen mögen!« Über Dvořáks melodischen Erfindungsreichtum hieß es, dass man sich über ihn so wenig streiten könne wie über den Frühling. Zum Abschluss spielen wir seine »weltbewegende« siebte Symphonie aus dem Jahr 1885, die einen anderen Gestus trägt als seine vorherigen, weitgehend heiteren Werke der Gattung: Die Tonart d-Moll und das tragische Pathos prägen diese stürmisch-romantische Symphonie. Gedrängt ergießt sich eine leidenschaftliche und zuweilen trotzige Flut an Gedanken – aber das lyrische Element, das weite Aussingen einer überquellenden und durchaus nostalgischen Seele, ist ebenfalls zu finden.

 

 

Jakub Hrůša Dirigent
Vilde Frang Violine

Ludwig van Beethoven Ouvertüre zum Trauerspiel »Coriolan« op. 62
Max Bruch Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26
Antonín Dvořák Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70