Die Bamberger Symphoniker wurden 1946 von ehemaligen Mitgliedern der Deutschen Philharmonie in Prag und Musikern aus Karlsbad und Schlesien gegründet. Der großen symphonischen Tradition verpflichtet, legte das Orchester rasch den Grundstein für seinen international einzigartigen Ruf und gastierte wie kein anderer deutscher Klangkörper auf den Konzertpodien in aller Welt. Als erstes deutsches Orchester gingen die Bamberger Symphoniker schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf Tourneen durch Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika.
Bis heute sind Tourneen und internationale Gastspiele eine zentrale Säule in der Konzerttätigkeit der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, die als „Der Kulturbotschafter Bayerns in der Welt" den Namen der Weltkulturerbe-Stadt Bamberg hinaus auf die Bühnen rund um den Globus tragen. Bekannt für ihre Virtuosität und Klangkultur, widmen sie sich nicht nur dem klassisch-romantischen Repertoire, sondern immer wieder auch dem zeitgenössischen Schaffen. Uraufführungen von Auftragskompositionen sind fester Bestandteil der künstlerischen Arbeit der Bamberger Symphoniker.
Erster Chefdirigent war Joseph Keilberth, der frühere Leiter der Deutschen Philharmonie in Prag, der die Position in Bamberg bis zu seinem Tod 1968 innehatte. Am Pult des Chefdirigenten folgten James Loughran sowie Horst Stein, der im März 1996 zum Ehrendirigenten der Bamberger Symphoniker auf Lebenszeit ernannt wurde.
Mit Herbert Blomstedt, Rudolf Kempe, Hans Knappertsbusch, Clemens Krauss, Georg Solti, Christoph von Dohnányi, Semyon Bychkov, Mariss Jansons, Günter Wand, Ingo Metzmacher, Wolfgang Sawallisch, Giuseppe Sinopoli, Christoph Eschenbach und nicht zuletzt Eugen Jochum, dem ersten Ehrendirigenten der Bamberger Symphoniker, haben viele weitere große Dirigenten mit dem Orchester zusammengearbeitet und eine unverwechselbare Klangkultur geschaffen, die untrennbar mit den Bamberger Symphonikern verknüpft ist. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums „der Bamberger“ 2006 erfolgte die Ernennung Herbert Blomstedts zum Ehrendirigenten des Orchesters.
Seit Januar 2000 steht der Brite Jonathan Nott als Chefdirigent an der Spitze der Bamberger Symphoniker. Mit riesigem Erfolg trat er das künstlerische Erbe seiner Vorgänger am Pult des traditionsreichen Orchesters an, sein Wirken in der Domstadt wird national und international mit großer Anerkennung bedacht. Im Sommer 2003 gaben er und „die Bamberger“ ihr gemeinsames Debüt beim Edinburgh International Festival, das zu einer sofortigen Wiedereinladung führte. So kehrten die Bamberger Symphoniker bereits zwei Jahre später als „orchestra in residence" nach Edinburgh zurück, um unter der Leitung Jonathan Notts fünf verschiedene Programme mit Werken von Richard Wagner bis Jörg Widmann aufzuführen.
Im Sommer 2004 gastierten die Bamberger Symphoniker und ihr Chefdirigent erstmals bei den Salzburger Festspielen, im Mai 2005 folgten Konzerte im New Yorker Lincoln Center – Auftritte, mit denen das Orchester seinem hervorragenden internationalen Ruf einmal mehr eindrucksvoll gerecht wurde. Ausgedehnte Reisen durch Europa mit Konzerten in Paris, Madrid, Brüssel, Wien, Luxembourg und London sowie eine weitere Japan-Tournee nach 2004 standen 2006 auf dem Terminplan.
Nicht allein als Konzertorchester, auch als Institution der Nachwuchsförderung genießen die Bamberger Symphoniker weltweites Ansehen. Im Frühjahr 2004 richtete das Orchester zum ersten Mal den Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb aus, der international als hochkarätiges Forum der künstlerischen Nachwuchsförderung wahrgenommen wird. Für den Gewinner der ersten Auflage des Wettbewerbs, Gustavo Dudamel, wurde der Erfolg in Bamberg zum Auftakt einer atemberaubenden Karriere, die den Venezolaner zu den weltweit bedeutendsten Orchestern führt. Unter internationaler Aufmerksamkeit ging die Südkoreanerin Shi-Yeon Sung drei Jahre später aus dem 2. Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb als Siegerin hervor. Auch für sie erwies sich der Wettbewerb als Markstein ihrer internationalen künstlerischen Laufbahn.
Zu den herausgehobenen Projekten des Jahres 2007 in der Zusammenarbeit zwischen Jonathan Nott und den Bamberger Symphonikern gehören die Konzertreisen zum Lucerne Festival und dem White Nights Festival in St. Petersburg. Nach Luzern waren „die Bamberger“ einer Einladung als „orchestra in residence" gefolgt, Jonathan Nott gastierte als „artiste étoile" bei dem angesehenen Festival. Ein weiterer Konzerthöhepunkt war im September 2007 der Auftritt zu Ehren von Papst Benedikt XVI. in der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo anlässlich des Jubiläums 1000 Jahre Bistum Bamberg. Im Oktober ging das Orchester auf eine China-Tournee, ehe im Mai 2008 erneute Konzerte in São Paulo sowie in Buenos Aires auf dem Programm standen.
In der Saison 2008/2009 war mit dem französischen Weltklassepianisten Pierre-Laurent Aimard – nach Vadim Repin und Truls Mørk in den Spielzeiten zuvor – erneut eine Künstlerpersönlichkeit ersten Ranges als „artist in residence“ in Bamberg zu Gast. Mit ihm gaben Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker Konzerte u.a. im New Yorker Lincoln Center, im Brüsseler Palais des Beaux-Arts, in der Philharmonie Luxembourg und im Wiener Konzerthaus. Eine Residenz führte Jonathan Nott und „sein“ Orchester dreimal in die Kölner Philharmonie, zudem reisten „die Bamberger“ und ihr Chefdirigent für eine „Jubiläums-Tournee“ der besonderen Art in die Schweiz: Die renommierte Reihe der Klubhaus-Konzerte feierte ihr 60-jähriges Bestehen – eine Konzertreihe, in deren erstem großen Symphoniekonzert im September 1950 die Bamberger Symphoniker zu erleben waren, geleitet von Clemens Krauss.
Der Auftakt der Spielzeit 2009/2010 stand ganz im Zeichen der Wiedereröffnung der Konzerthalle Bamberg: Mit der Aufführung von Mahlers Symphonie Nr. 3 weihten die Bamberger Symphoniker unter Jonathan Nott die nach einer Idee des international angesehenen Designers Peter Schmidt modernisierte und baulich erweiterte Heimstatt des Orchesters ein. Schon 2008 erfolgte eine klangliche Optimierung des Joseph-Keilberth-Saals, die auf Vorschlägen von Yasuhisa Toyota, einem der führenden Akustik-Designer der Gegenwart, beruhte. Die Konzerthalle ist im Frühjahr 2010 auch Schauplatz des 3. Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs. Erneut präsentieren sich hochbegabte Nachwuchsdirigenten einem erlesenen Gremium um Jonathan Nott, der wie in den Jahren zuvor den Vorsitz der Jury innehat.
Neben den Abonnementkonzerten sind „die Bamberger“ 2009/2010 mit zahlreichen Projekten auf den internationalen Konzertpodien vertreten. Bei den Gustav Mahler Musikwochen in Toblach brachten Jonathan Nott und das Orchester im Juli Mahlers Symphonie Nr. 9 zur Aufführung – anlässlich der Vollendung der Partitur vor 100 Jahren. Zugleich konnte in diesem Rahmen die CD-Einspielung von Mahlers Neunter unter Jonathan Nott der Öffentlichkeit vorgestellt werden, eine Co-Produktion des Schweizer Labels Tudor und des Bayerischen Rundfunks, die ungehend mit dem Internationalen Schallplattenpreis Toblacher Komponierhäuschen 2009 ausgezeichnet wurde. Auftritte bei den legendären „Proms“ in der Londoner Royal Albert Hall und dem Musikfest Berlin schlossen sich an, ebenso die mittlerweile 12. Japan-Tournee. Die Auftritte Nr. 101 bis 106 in Japan ließen die bereits beachtliche Liste von Konzerten in Japan weiter anwachsen. Jeweils zwei Konzerte fanden in der Suntory Hall in Tokio und in der Sapporo Concert Hall statt. Im Frühjahr 2010 gastieren die Bayerische Staatsphilharmonie und ihr Chefdirigent im Rahmen einer ausgedehnten Tournee in Spanien und Andorra, Auftrittsorte sind u.a. Barcelona, Valencia und Madrid.
Zahlreiche CD-Produktionen, die allesamt in Kooperation mit dem schweizerischen CD-Label Tudor und dem Bayerischen Rundfunk entstanden, dokumentieren das künstlerische Wirken Jonathan Notts in Bamberg. Unter seiner Leitung spielte das Orchester alle Symphonien Franz Schuberts ein, dazu die Urfassung von Anton Bruckners dritter Symphonie („Wagner-Symphonie“), ebenso Werke von Leoš Janáček und Igor Strawinsky bis hin zu Kompositionen von Hans Werner Henze, Wolfgang Rihm und Bruno Mantovani. Aus der Reihe der Mahler-Symphonien sind bislang die Aufnahmen der ersten, vierten, fünften und neunten Symphonie auf CD erschienen; die Veröffentlichung der Einspielung der zweiten Symphonie („Auferstehungssymphonie“) steht kurz bevor.
Die Bamberger Symphoniker wurden im Juli 2003 durch die Bayerische Staatsregierung in den Rang eines Staatsorchesters erhoben und tragen seitdem den Namenszusatz „Bayerische Staatsphilharmonie“. Zum Jahresbeginn 2005 wurde das Orchester zudem per Gesetz in eine gemeinnützige Stiftung des Öffentlichen Rechts umgewandelt.
Auch als Stiftung Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie erfolgt die Finanzierung durch Zuwendungen des Freistaats Bayern, der Stadt Bamberg, des Bezirks Oberfranken und des Landkreises Bamberg.
Leitung, sofern nicht anders angegeben:
Chefdirigent Jonathan Nott
USA-Tournee: u.a. 2 Konzerte im
Lincoln Center in New York
Pierre-Laurent Aimard, Solist
Konzert im Wiener Konzerthaus
Pierre-Laurent Aimard, Solist
Konzerte beim Würzburger Mozartfest
Ludovic Morlot, Dirigent
Arabella Steinbacher, Solistin
Konzert beim Kissinger Sommer
Konzerte beim Kissinger Sommer
und beim Rheingau Musik Festival
Herbert Blomstedt, Dirigent
Piotr Anderszewski, Solist
Festaufführung der 9. Symphonie bei den
Gustav Mahler Musikwochen in Toblach
anlässlich der 100. Wiederkehr der Vollen-
dung der Partitur in Toblach, gleichzeitig
Vorstellung der neuen CD-Aufnahme für
Tudor und den Bayerischen Rundfunk
Konzert bei den „Proms“ in der
Royal Albert Hall in London
Arabella Steinbacher, Solistin
Konzert beim Musikfest in der
Berliner Phillharmonie
Marisol Montalvo und
Niclas Oettermann, Solisten
12. Tournee nach Japan, u.a. je
2 Konzerte in der Sapporo Concert
Hall und in der Suntory Hall in Tokio
Pierre-Laurent Aimard und
Christian Tetzlaff, Solisten
Konzert in Düsseldorf
Cornelius Meister, Dirigent
Frank Peter Zimmermann, Solist
Konzerte in Hamburg, Luxembourg
und Stuttgart
Vadim Repin und Sergey Khachatryan,
Solisten
Tournee nach Spanien und Andorra,
u.a. Konzerte in Barcelona, Valencia und Madrid
Horacio Gutiérrez und Sergey Khachatryan,
Solisten
3. Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-
Dirigentenwettbewerb
Konzert im Festspielhaus Baden-Baden
Sarah Conolly, Solistin
Konzert beim Bachfest in Leipzig
Renaud Capuçon, Solist
Konzert in der Frauenkirche Dresden
Herbert Blomstedt, Dirigent
Hanno Müller-Brachmann, Solist