bamberger symphoniker

extraordinary city.
extraordinary orchestra.

© Andreas Herzau
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Konzert

Do
14
Jun 18

Herbert Blomstedt dirigiert Mahlers Neunte

Nürnberg, Meistersingerhalle
20:00 Uhr

»Wird auch aus diesem Weltfest des Todes, auch aus der schlimmen Fieberbrunst, die rings den regnerischen Abendhimmel entzündet, einmal die Liebe steigen?« Dies fragt Thomas Mann am Schluss seines Romans »Der Zauberberg«. Es ist einer dieser meisterhaften Sätze, der auch zu Mahler passt. Seine neunte Symphonie verbreitet ihre Gefühle am Vorabend der Zeitenwende auf andere Weise als mit den großen leidenschaftlichen Gesten der spätromantischen Symphonik. Schönberg empfand, sie bringe »objektive, fast leidenschaftslose Konstatierungen von einer Schönheit, die nur dem bemerkbar wird, der auf animalische Wärme verzichten kann und sich in geistiger Kühle wohlfühlt«. Hieß für Mahler die Komposition der frühen Symphonien noch »eine Welt aufbauen«, so scheint die Neunte sich eher mit der Dekonstruktion dieser Welt zu beschäftigen – ein zitierendes, rückblickendes Abschiednehmen. Im Partiturentwurf notierte er Worte wie »O Jugendzeit! Entschwundene! O Liebe! Verwehte!«. 1909 war seine heile Welt zerstört, zwei Jahre zuvor ein Herzklappenfehler diagnostiziert – die Krankheit, die letztlich zu seinem Tod führen sollte. Trotz mancher volkstümlicher Elemente komponierte er als Finale ein herzzerreißendes Adagio. Wir setzen mit der Symphonie noch einmal ein Ausrufezeichen hinter unsere große Mahler-Tradition. Wie sagte er doch einst: »Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche« – und zeigte uns damit, dass das Feuer ein Symbol für Leidenschaften aller Art ist. Unser Ehrendirigent leitet zum Saisonabschluss durch dieses hoch emotionale Wechselbad der Gefühle zwischen tiefer Wehmut, Trost und Melancholie.

 

 

Herbert Blomstedt Dirigent

Gustav Mahler Symphonie Nr. 9 D-Dur

Zum Vorverkauf