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Konzert

Fr
11
Jun 27

Jonathan Nott

Bamberg, Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
20:00 Uhr

»Was wir an ihm lieben, ist die ganz verloren gewesene Freude am Unterwegs.« Dies schrieb der Philosoph Ernst Bloch in seinem Buch »Geist der Utopie« über Anton Bruckner – und schwärmte dort auch über dessen »tätige Beweglichkeit«. Die Ausweitung der formalen und instrumentalen Dimensionen in Beethovens Symphonien war die Grundlage für Bruckners monumentale Stücke in der orchestralen Königsdisziplin. Immer wieder wurde er mit dem diesjährigen Jubilar verglichen und galt irgendwann endlich als ein würdiger künstlerischer Erbe. Ganze neun Jahre feilte Bruckner dann noch an seinem letzten symphonischen Werk, welches wir unter der Leitung von Jonathan Nott spielen. Es steht in d-Moll, womit sich Bruckner schon etwas auf Glatteis bewegte: Denn das ist genau die Tonart, die Beethoven für seine Neunte benutzte. Anton Bruckner Symphonie Nr. 9 d-Moll Da er offensichtlich befürchtete, dass ihm das womöglich vorgeworfen wird, äußerte er damals über seine Gründe für diese Wahl: »Was kann i’ dafür, dass mir’s Hauptthema in d-Moll eing’fall’n is’; sie is’ halt a mal mei’ Lieblingstonart.« Also änderte er nichts daran und meinte zudem augenzwinkernd: »Aber mit an Chor wia Beethoven – na, so dumm is’ der Bruckner nöt.« Bis zu seinem Todestag im Jahr 1896 arbeitete er an der Symphonie und konnte einen Schlusssatz nicht mehr fertigstellen, was aber vielleicht sogar eine bewusste Entscheidung war: Auf den feierlichen Beginn folgt ein wild stampfendes Scherzo und das Ende bildet eben kein hymnisches Vokalfinale wie bei Beethoven – sondern ein elegisches Adagio, das Bruckner selbst als »Abschied vom Leben« charakterisierte.

Jonathan Nott Dirigent

Anton Bruckner Symphonie Nr. 9 d-Moll