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Konzert

Sa
10
Okt 26

Manfred Honeck, Midori

Abo D
Bamberg, Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
20:00 Uhr

»Schade, schade, zu spät!« Diese Worte sollen 1827 die letzten von Beethoven gewesen sein – und darauf bezieht sich das Stück, das wir bei Jüri Reinvere in Auftrag gegeben haben. Der estnische Komponist, Lyriker und Essayist sorgt immer wieder für Aufsehen, darunter etwa 2020 mit der Oper »Minona«, die sich um Beethovens mögliche Tochter dreht – und wir können sehr gespannt sein, welche Hommage er nun verfassen wird. Danach spielen wir hochromantische Musik von zwei Beethoven-Nachfolgern: Mendelssohn wurde besonders durch dessen »eindringliches Spätwerk« geprägt, ging dann aber seinen eigenen Weg. Über sein 1845 uraufgeführtes Violin konzert sagte er: »Ich fühle, dass ich mit jedem Stück mehr dahin komme, ganz so zu schreiben, wie mir’s um’s Herz ist.« Der Widmungsträger Ferdinand David war jedenfalls der Überzeugung, dass sich darüber sogar »die Engel im Him mel freuen« werden. Das Programm endet mit dem symphonischen Gipfelpunkt von Bruckner, der Beethovens Kompositionen als Maß aller Dinge sah. Seine Verehrung war derart groß, dass er 1888, als das Grab des Genies für die Über führung auf den Wiener Zentralfriedhof geöffnet wurde, tief bewegt dessen Schädel küsste. Vor der Zahl Neun hatte er jedoch regelrecht Angst und äußerte einmal: »I’ mag dö Neunte gar nöt anfangen, i’ trau mi’ nöt, denn auch Beethoven machte mit der Neunten den Abschluss seines Lebens.« Trotzdem tüftelte Bruckner noch bis zu seinem Sterbetag im Jahr 1896 an der Symphonie, über dessen finales Adagio ein Rezensent nach der posthumen ersten Darbietung meinte: »Seine Töne erklingen wie aus einer anderen Welt, in die der Meister hinübergegangen ist.«

Manfred Honeck Dirigent
Midori Violine

Jüri Reinvere »Schade, zu spät« für Orchester
Felix Mendelssohn Bartholdy Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Anton Bruckner Symphonie Nr. 9 d-Moll