bamberger symphoniker

extraordinary city.
extraordinary orchestra.

Thu
10
Jun 21

Slam Symphony

Bamberg, Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
19:00 Uhr

In Bruckners sechster Symphonie wird glückliche Lebensbejahung und jubelnde Freude mit tiefster Verzweiflung und schmerzvollem Verzicht konfrontiert. Er vollendete das Werk im Jahr 1881 – in einer Zeit, als sich seine materielle Situation verbessert hatte und er im Gegensatz zu früher auch mehr öffentliche Anerkennung bekam. Und es scheint, als würde er den neuen Lebensabschnitt mit geradezu federnden Rhythmen feiern. Wegen ihrer Kühnheiten soll er sie selbst launig reimend als seine »Keckste« bezeichnet haben: die Sechste – die Keckste! Und das wohl nicht nur wegen des Wortspieles: Höhepunkt türmt sich hier auf Höhepunkt und es scheint, als würde jeder den anderen übertrumpfen wollen. Über das Scherzo hieß es in einer Kritik: »Die Tongespenster, welche darin umherstreichen, machen es gar zu toll: Als hätten Wolfsschlucht und Walpurgisnacht sich ein Rendezvous gegeben. So stampft und tobt, brüllt und wiehert alles wild durcheinander.« Doch es gibt ebenfalls jene typische Innigkeit im Adagio, in die alle Melancholie der nie gelebten Liebe Bruckners zu fließen scheint. Und in Anlehnung an Beethovens berühmtes Werk wurde die Symphonie auch einmal als »Bruckners Pastorale« bezeichnet – als ein »Lobgesang auf die Schönheit der Erde«.
I

Thomas Dausgaard Dirigent

Anton Bruckner Symphonie Nr. 6 A-Dur