bamberger symphoniker

resonating worldwide

Zurück zur Übersicht

Konzert

Sa
06
Feb 27

Jakub Hrůša, María Dueñas

Abo B
Bamberg, Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
18:00 Uhr

»Das Beste, an dein Übel nicht zu denken, ist Beschäftigung.« Dieser Tagebucheintrag stammt aus einer Phase, als Beethoven sein Leben ziemlich »detestabel« empfand: 1812 verfasste er jenen verzweifelten Brief an die »unsterbliche Geliebte«, war fast vollständig taub und vereinsamte zunehmend. Trotzdem schuf er mit der achten Symphonie ein Paradebeispiel für Humor – zumindest vordergründig, denn er sprach selbst von »scherzhaftem Ernst und ernsthaftem Scherz«. Er orientierte sich hier an der Tradition und überwand sie gleichzeitig – womit er die Messlatte für seine Nachfolger enorm hochlegte, darunter für Martinů: Der gebürtige Böhme nannte seinen im amerikanischen Exil begonnenen letzten Gattungsbeitrag »Fantaisies symphoniques«. Er besticht durch eine geniale motivische Fortspinnung mit ständigen Metamorphosen. Bei der Entstehung dachte er an Charles Münch, der dann 1955 die Uraufführung leitete: Er mochte dessen »impulsive Art, so an die Musik heranzugehen, dass sie in großzügiger Weise fließend und der ihr innewohnenden Bewegung frei folgend Gestalt annimmt.« Außerdem erklingt Prokofjews erstes Violinkonzert, das er 1917 in den beginnenden Revolutionswirren in seiner russischen Heimat vollendete: Es enthält viele lyrische Höhepunkte, aber ebenso Passagen mit einer energischen Dynamik, scharf akzentuierten Rhythmen und grotesken Zügen. Prokofjew spielte damals mit den Hörerwartungen und meinte einmal, dass »ein Komponist ein Verrückter« sei, »der seiner Generation unverständliche Sachen« schreibt – und ergänzte: »Erst nach einem bestimmten Zeitverlauf werden die von ihm angegebenen Wege von der ihn umgebenden Welt begriffen.«

Jakub Hrůša Dirigent
María Dueñas Violine

Bohuslav Martinů Symphonie Nr. 6 »Fantaisies symphoniques«
Sergei Prokofjew Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 19
Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93