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Konzert

So
29
Nov 26

Kammerkonzert Streichquartett

Bamberg - Harmonie
17:00 Uhr

Die bewegten Saitenspiele dieses Konzertes beginnen mit Musik von Mendelssohn. Sein »zum Weinen sentimentales« Streichquartett op. 13 komponierte er 1827 mit 18 Jahren im »Beethoven-Fieber« kurz nach dessen Tod als Reflex auf das Vorbild – wie es seine Schwester Fanny erläuterte: »Ich glaube, es kommt daher, dass wir grade mit Beethovens letzter Zeit jung waren und dessen Art und Weise sehr in uns aufgenommen haben.« Das sein Werk prägende Motiv »Ist es wahr?« entnahm Mendelssohn seinem zuvor verfassten Lied »Frage« – und bezog sich damit deutlich auf Beethovens spätes Quartett op. 135 mit seinem neuromantisch-monumentalen Aufbruch, dessen Finale das Motto »Muss es sein?« trägt. Danach gibt es einen spannenden Rückgriff auf ein Renaissanceform: Drei Madrigale für Violine und Viola von Martinů, der sie 1947 im amerikanischen Exil und in einer Phase großer gesundheitlicher Probleme komponierte. Ein faszinierender Schlagabtausch zwischen den beiden Instrumenten, rhythmische Motorik, aber auch innige und folkloristisch inspirierte Stellen als Ausdruck seiner damaligen Sehnsucht nach der böhmischen Heimat wechseln sich hier ab. Zum Abschluss erklingt das einzige Streichquartett von Debussy: Er schrieb es 1893, als er sich gerade langsam von den tradierten Vorlagen der Klassik und Romantik löste und seine individuelle impressionistische Musiksprache entwickelte. Das Stück wird von einem orientalisch anmutenden Leitgedanken bestimmt – worüber schon sein Zeitgenosse Paul Dukas schwärmte: »Die Melodie bewegt sich, als schreite sie über einen luxuriösen, kunstvoll gemusterten Teppich von wunder samer Farbigkeit.«

Manon Stassen Violine
Magdalena Kraus Violine
Paulina Riquelme Díaz Viola
Natalie Caron Violoncello

Felix Mendelssohn Bartholdy Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 13
Bohuslav Martinů Drei Madrigale für Violine und Viola
Claude Debussy Streichquartett g-Moll op. 10