bamberger symphoniker

extraordinary city.
extraordinary orchestra.

© Marian Lenhard

Ausbildungskonzept

Die Bamberger Symphoniker sind seit Jahren bemüht, durch zahlreiche Education-Projekte junge Orchestermusiker in der Region zu fördern. Mit der Einrichtung einer eigenen Orchesterakademie in der Spielzeit 2010/2011 haben die Bamberger Symphoniker eine Institution zur Förderung des internationalen Nachwuchses geschaffen, um gezielt jungen, hochbegabten Instrumentalisten verschiedener Nationen durch ein zweijähriges Stipendium speziell diejenigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die im Rahmen eines Hochschulstudiums nicht oder nicht in ausreichendem Maße erlernt werden können – wobei sich die Orchesterakademie nicht auf die musikalische Ebene beschränkt, sondern in gleichem Maße Wert auf die Ausbildung der sog. „soft skills“ und der Persönlichkeit der Stipendiaten legt. Die Akademisten werden innerhalb der jeweiligen Stimmgruppe an verschiedenen Positionen eingesetzt, können ihre Fähigkeiten erproben und entwickeln sich an der Seite ihrer Kollegen zu Teamplayern mit Führungsqualitäten.

Die 6 Säulen unseres Ausbildungsprogramms:

 

Orchesterarbeit

Die zentrale Säule der Orchesterakademie ist die Mitwirkung der Stipendiaten bei den regionalen, überregionalen und internationalen Konzertprojekten sowie bei den Rundfunk/CD-Aufnahmen der Bamberger Symphoniker und den damit einhergehenden Proben. In der alltäglichen Orchesterarbeit erlernen die Stipendiaten an der Seite der Orchestermusiker ein breites Repertoire an symphonischen Orchesterstücken, kommen mit Alter und Neuer Musik in Berührung, können mit international renommierten Gastdirigenten und -solisten zusammenarbeiten und Kontakte knüpfen, werden zu einem Teil des „Mikrokosmos“ Orchester und bauen über zwei Jahre hinweg eine Arbeits-disziplin auf, die für eine internationale Karriere unabdingbar ist. Die Stipendiaten werden während ihrer zweijährigen Mitgliedschaft bei der Orchesterakademie in die rege Tournee-Tätigkeit des Orchesters eingebunden und können hier zusätzlich Auslandserfahrung sammeln.

Einzelunterricht

Die technischen Fähigkeiten und die musikalische Expressivität der Stipendiaten werden durch instrumentalen Einzelunterricht bei Orchestermitgliedern geschult, wobei hier die Wahl des / der Lehrer dem einzelnen Akademisten freigestellt ist. Auch Korrepetitoren stehen den Stipendiaten zur Seite, um das bei Probespielen und Wettbewerben verlangte Repertoire einzustudieren.

Kammermusik

Besonderes Augenmerk legt die Joseph-Keilberth-Orchesterakademie auf die Erarbeitung von Kammermusikwerken mit anschließenden öffentlichen Konzerten. Der exponierte Auftritt in einer Kammermusikformation verlangt vom Stipendiaten ein besonderes Maß an Nervenstärke, Teamgeist und technischer Perfektion. Die Ensembles werden mit Stipendiaten und Orchestermusikern bewusst gemischt besetzt, um ein maximales Lernerlebnis zu gewährleisten.

Probespielvorbereitung

Um die jungen Musiker auf Wettbewerbe und Probespiele bei anderen Orchestern musikalisch und psychologisch vorzubereiten, führt die Orchesterakademie Probespieltrainings mit ihren Akademisten durch. Hier präsentieren die Stipendiaten ihr Repertoire, erhalten eingehendes Feed-Back von den erfahrenen Orchesterkollegen und können mit einem Körpersprachen-Coach anschließend eine Video-Analyse ihres Auftritts durchführen.

Angebote zu Stressbewältigung, Auftrittstraining, Mediation etc.

Die fünfte Säule der Stipendiatenausbildung sind Fortbildungen mit externen Experten. Hier wird spezielles Repertoire erarbeitet und neuerdings verstärkt auch im Sinne der Krankheitsprävention der Umgang mit den berufsbedingten physischen und psychischen Belastungen trainiert. In regelmäßigen Abständen werden Workshops angeboten, darunter u. a. mentales Training, Entspannungstechniken (Alexandertechnik, Feldenkrais), Gehörschutz. Nach Möglichkeit erfolgen Gesprächsrunden oder Meisterkurse mit Gastdirigenten, Solisten oder zeitgenössischen Komponisten sowie Schulungen in Instrumentenkunde, historischer Aufführungspraxis, Alter und Neuer Musik. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Instrumentengruppen werden hierbei berücksichtigt.

Musikvermittlung

Eine deutliche und für die internationale Orchesterlandschaft bisher einmalige Ausweitung erfährt die Akademistenausbildung in Bamberg durch die Zusammenarbeit der Stipendiaten mit dem EducationTeam der Bamberger Symphoniker und somit die Einbindung in das Thema Musikvermittlung. Die Stipendiaten betreuen Schulklassen und Kindergärten bei Probenbesuchen, gehen mit Orchesterkollegen in Bildungseinrichtungen und stellen dort die Arbeit der Bamberger Symphoniker und ihre Instrumente vor. Bei Familien-, Schüler- und Studentenkonzerten werden vorrangig Akademisten besetzt. Die Bamberger Symphoniker nutzen auf diese Weise ihre „jungen Gesichter“, um eine mögliche Hemmschwelle bei Kindern und Jugendlichen abzubauen und dem Klischee, Musik sei nur etwas für Ältere, entgegenzuwirken. Auch die Konzeptionierung, Vorbereitung und Durchführung eines eigenen Educationprojekts (beispielsweise ein Schulkonzert) inklusive der damit verbundenen PR- und Managementarbeit lässt die Stipendiaten über ihren „musikalischen Horizont“ hinausschauen und stellt das Konzertieren in einen größeren organisatorischen Zusammenhang.